Erdkunde wird nur in der vierstufigen Wirtschaftsschule unterrichtet. Die siebten Klassen haben dieses Fach zwei Stunden pro Woche. In der achten Jahrgangsstufe wird es im mathematischen Zweig ebenfalls zweistündig unterrichtet, während es im Handelszweig nur mit einer Stunde pro Woche im Stundenplan vertreten ist, dafür aber im selben Umfang auch noch einmal in der neunten Jahrgangsstufe. Die Schüler des mathematischen Zweigs haben Erdkunde nur bis einschließlich der achten Klasse. In den zehnten Jahrgangsstufen ist es nicht mehr im Lehrplan vertreten.


Erdkunde beschränkt sich keineswegs nur auf die Vermittlung topographischen Grundwissens in Form der räumlichen Einordnung geographischer Sachverhalte. Das dient nur dazu, den Schülern ein grobes Orientierungswissen zu vermitteln. Wichtiger ist, dass sie Zusammenhänge erkennen. Sie sollen lernen, wie der Mensch von seiner Umgebung beeinflusst wird, wie er sie verändert bzw. nutzt und wie sich das auf die Umwelt und auf ihn auswirkt. Dazu werden in der siebten Klasse Grundlagen, vor allem technischer Art, vermittelt, damit die Schüler an eine geographische Behandlung von Themen herangeführt werden.

Zunächst steht Deutschland im Vordergrund. Nach dem Ende der siebten Jahrgangsstufe schwenkt das Augenmerk dann zu weiter entfernten Räumen über, zu den Schwerpunkten Europa, USA, Japan und den Schwellen- und Entwicklungsländern bzw. zu weltübergreifenden Themen. Im Vordergrund stehen jeweils die Bereiche Naturraum, Wirtschaft (Industrie, Landwirtschaft, Tourismus) und Umwelt. Dabei werden vielfältige Verflechtungen und Problematiken deutlich. Entscheidend ist nicht, dass die Schüler punktuelles Wissen erlangen über einzelne Themen, sondern dass sie Zusammenhänge erkennen und aufgrund ähnlicher Sachverhalte etwas richtig einschätzen bzw. beurteilen können.

Erdkunde versucht also, den Alltag, das Leben zu erfassen mit den Annehmlichkeiten und Problemen, welche die Menschen erfahren dürfen bzw. mit denen sie konfrontiert werden. Ziel muss auch sein, dass die jungen Menschen verantwortungsvoll mit anderen und mit der Natur umgehen und reflektiert handeln, gerade auch im Zusammenhang mit dem Klimawandel.

Dazu werden die unterschiedlichsten Arbeitsmethoden verwendet, vom sinnerfassenden Lesen von Texten, von der graphischen Darstellung von Sachverhalten bis zur Auswertung von Karten, Diagrammen und Statistiken. Es geht in diesem Fach also nicht nur um Wissen, sondern auch darum, mit vielfältigen Materialien und Medien zu arbeiten und sie richtig zu interpretieren.
Das sind Fähigkeiten, welche für die Schüler auch im späteren Leben von großer Bedeutung sind.

Ulrich Dorrmann (kommissarischer Fachbetreuer)