

20 Schülerinnen und Schüler aus unserer Schule fahren am 18. April 2006 nach Ungarn. Die Schülerinnen und Schüler aus der Partnerschule Károly Róbert in Budapest, die bei uns in Freising waren, sind die Gastgeber. Wir wollen mit Hilfe der ungarischen Partner, Kontakt zu deutschstämmigen Ungarn aufnehmen. Seit dem 13.Jh., besonders aber vor ca. 250 Jahren gab es verschiedene Auswanderungsschübe von Bayern nach Ungarn. Von deren Nachkommen leben viele bis heute in Gemeinden, in welchen sich die deutsche Sprache erhalten hat.
Wir versuchen zu erforschen, welche Traditionen und Brauchtümer sich aus Bayern erhalten haben, inwieweit sich diese Minderheit in Ungarn integriert, welche Rolle sie in der Geschichte Ungarns gespielt hat und inwieweit man heute noch die verschiedene bayerischen Dialekte feststellen kann.
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Erstes Ziel in Ungarn ist Fertöd: Besichtigung von Schloss Eszterházy wo Joseph Haydn als Hofkapellmeister bei Herzog Nikolaus Eszterházy (1761 bis 1790) angestellt war. |
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Nächstes Ziel: Sárvár. Dort gab es bereits in der Zeit der Landnahme durch die Ungarn eine Erdburg. Die spätere Steinburg mit der Siedlung kam im Jahre 1534 an die Magnatenfamilie Nádasdy. Sárvár wurde zum Mittelpunkt des humanistischen und reformatorischen Lebens in Westungarn. Hier wurde auch die erste ungarische Bibelübersetzung herausgegeben. Ende des 19. Jh. kamen die Besitzungen an die bayerischen Wittelsbacher. König Ludwig III. von Bayern baute das Gut aus und hielt sich dort häufig auf. Nach dem Ende der bayerischen Monarchie 1918 floh er nach Sárvár und lebte dort bis zu seinem Tod 1921. Die Wittelsbacher blieben bis 1945 im Besitz der Ländereien. |
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In der Barockstadt Györ besuchen wir die ungarischen Niederlassung des Autowerkes Audi. 20 km südlich von Györ liegt unsere nächste Station: die Benediktinerabtei Pannonhalma. Der ungarische Großfürst Géza siedelte hier im Jahre 996 italienische Mönche an. Sein Sohn König Stephan I. bestätigte später die Gründung des Klosters. Er stattete es mit Grundbesitz und Privilegien aus. |
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Wir fahren nach Veszprém in die „Stadt der Königinnen“. Im Palast, den König Stephan I. errichten ließ, residierte vornehmlich seine Frau Gisela und nach ihr weitere Königinnen. Die Königinnen wurden dort vom Bischof von Veszprém gekrönt Am Abend erreichen wir Budapest. Dort treffen wir in unserer Partnerschule Károly Róbert die ungarischen Gastgeber. |
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Vormittags besuchen wir das Königliche Schloss Gödollö, den Sommersitz der österreichischen Kaiserin Elisabeth (Sissi). |
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Nachmittag: Führung durch das Parlament in Budapest. U.a. werden wir hier die Krone König Stephans I. sowie weitere königliche Insignien sehen. |
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Wir fahren nach Nordungarn und besuchen die mittelalterliche Stadt Eger (Erlau). Die Stadt entstand im 11. Jahrhundert, als König Stephan I. hier ein Bistum gründete. Im 16. Jh. belagerten die Türken zweimal die Stadt. Das erste Mal, 1552, scheiterte das rund 80.000 Mann starker türkische Heer am legendären Widerstand des Burghauptmanns István Dobo. Dieser verteidigte mit nur 2000 Soldaten und der Unterstützung mutiger Frauen die Stadt. Nach der zweiten Belagerung kam Eger etwa 100 Jahre unter türkische Herrschaft. |
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Am Abend sind wir in Rátka / Tokajgebirge von den dort lebenden Ungarndeutschen eingeladen. Nach einem Empfang beim Bürgermeister werden unsere Schüler Persönlichkeiten, aber auch ganze Familien des Ortes zum Thema Deutschtum interviewen. |
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Die ungarischen und deutschen Schülergruppen erarbeiten gemeinsam das Thema Geschichte und Dialekte der Deutschungarn in Rátka. Von den Dialekten sollen Tonbandaufnahmen entstehen. Im Regionalmuseum forschen wir nach der Entstehung des Dorfes und den Schicksalen der Familien seit ihrer Einwanderung in Ungarn.
Sárospatak . Seit der Gründung des reformierten Kollegium im 16. Jh. wurden hier kalvinistische Religion und andere Wissenschaften gelehrt. Von 1650 bis 1654 zählte der Humanist und Pädagoge Johann Amos Comenius zu den Professoren des Kollegiums. Die Burg gehört seit 1616 dem siebenbürger Fürstengeschlecht Rákoczi. Ferenc II. Rákoczi, der Anführer des ungarischen Unabhängigkeitskampfes (Kuruzzenaufstand), machte die Stadt zu seinem Hauptquartier. |
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2002 wurde das Weinbaugebiet Tokaj, in dessen Zentrum Sárospatak liegt, unter den Schutz der UNESCO gestellt. Wir besichtigen die Burg, das Kollegium, das Weinmuseum und den Rákóczi-Keller. |
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Projektarbeit (Dokumentation) zusammen mit den ungarischen Schülern in der Károly-Róbert-Schule in Budapest.
Stadtbesichtigung in Budapest: Burgviertel Buda mit Palast, Mathiaskirche, Fischerbastei und ungarisches Nationalmuseum |
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![]() Burgviertel |
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![]() Nationalmuseum |
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Besuch von Székesfehérvár, der ältesten Königsresidenz Ungarns. In der Basilika wurden Jahrhunderte lang die ungarischen Könige gekrönt und nach ihrem Tod beigesetzt. An der schmalsten Stelle des Plattensees von Tihany setzen wir mit der Fähre zum Südufer über. In Szántód-Puszta besichtigen wir das Freilichtmuseum mit Skansen, Plattenseemuseum, Volkskunst- und Reitervorführungen . |
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Unsere zweite Station in der Forschungsarbeit über die ungarndeutsche Volksgruppe ist das Dorf Szigetszentmárton auf der Donauinsel Csepel. Auch hier treffen wir uns mit Familien, die noch ihre deutsche Sprache und deutsches Brauchtum seit ihrer Einwanderung beibehalten haben. Wir werden wie in Rátka vorgehen. Zusätzlich ist vereinbart, dass wir mit der Trachten- und Tanzgruppe des Ortes einige Lieder und Tänze einüben. |
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Besichtigung der Innenstadt von Budapest. |
![]() Markthalle |
![]() Heldenplatz |
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Nachmittag: Dokumentation unserer Projektarbeit gemeinsam mit den ungarischen Schülern. |
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Besuch der Künstlerstadt Szentendre, 30 km nördlich von Budapest. Die Bevölkerung besteht aus Ungarn, Deutschen und Slawen sowie den im 18. Jh. zugewanderten Serben. Anschließend besichtigen wir Esztergom. Im 9. Jh. macht Großfürst Géza, der Vater des 1. ungarischen Königs den Ort zu seiner Residenz. Sein Sohn Stephan I. wurde hier gekrönt. Zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten zählen der Dom und das Dommuseum. |
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Nächstes Ziel ist Visegrád, das Zentrum der Frührenaissance. Wegen der strategisch günstigen Lage im Donauknie wurde die Festung stark ausgebaut. Der Königspalast diente als Sommerresidenz der ungarischen Könige. Im 18. Jh., nach dem Ende der türkischen Besatzung, wurden hier deutsche Siedler ansässig. |
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Die Schülerinnen und Schüler verbringen den Tag bei ihren ungarischen Gastgebern.
Abschied in der Schule, Rückfahrt.
